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Brust­rekonstruktion


Wenn eine oder beide Brüste aufgrund einer Brustkrebserkrankung oder zur Verminderung eines genetisch erhöhten Brustkrebsrisikos abgenommen werden müssen, ist das für die betroffenen Frauen eine erhebliche Belastung. Viele Kundinnen fühlen sich ohne Brust oder Brüste nicht mehr als vollständige Frau. Eine Brustrekonstruktion (Mammarekonstruktion) kann den Leidensdruck mindern und zur Genesung beitragen.

Fakten zur Brustrekonstruktion

Klinikaufenthalt:stationär
Behandlung & Betäubung:Vollnarkose
OP-Dauer:je nach OP-Technik 1 bis 5 Stunden
 Nachsorge:für 4 bis 6 Wochen körperliche Schonung
Fäden ziehen:bei selbstauflösenden Fäden nicht erforderlich
Sport:etwa nach 6 bis 8 Wochen
 Kosten:je nach Aufwand

Was kostet eine Brustrekonstruktion?


Die Kosten für eine Brustrekonstruktion sind individuell verschieden. Sie sind abhängig vom Zustand der Brust und dem Umfang der Rekonstruktion. Hinzu kommen Kosten für die Narkose und den Klinikaufenthalt. Insgesamt fallen mehrere Tausend Franken an. In der Regel müssen die Kunden diese Kosten für eine Brustrekonstruktion jedoch nicht selbst tragen. Die Grundsicherung kommt im Rahmen der Krebsbehandlung für diese Leistung auf.

Was ist eine Brustrekonstruktion?


Die Brustrekonstruktion ist eine Möglichkeit, eine im Rahmen der Krebsbehandlung abgenommene Brust zu ersetzen. Vor allem bei einer vorsorglichen Amputation der Brust aufgrund einer familiären Vorbelastung und somit erhöhtem Brustkrebsrisiko ist die Brustrekonstruktion für viele Frauen von grösster Bedeutung. Im Gegensatz zu einer abnehmbaren Brustprothese wird die Brust hier dauerhaft ersetzt.

Die Brustrekonstruktion kann auf verschiedene Weise erfolgen: mit Implantaten oder körpereigenem Gewebe (Muskeln, Fett und Haut). Auch eine Kombination dieser beiden Methoden ist möglich. Oft sind beide Brüste betroffen und bedürfen einer Rekonstruktion. Denn selbst, wenn nur eine Brust abgenommen wird, bedarf es meistens auch einer Angleichung der zweiten Brust, um ein asymmetrisches Ergebnis zu vermeiden.

Welche Methoden kommen bei einer Brustrekonstruktion zum Einsatz?


Bei der Brustrekonstruktion gibt es im Wesentlichen zwei Methoden, mit denen die Brust aufgebaut wird: Implantate oder Eigengewebe. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, die in die Entscheidung für oder gegen eine Methode einfliessen sollten.

Brustrekonstruktion mit Implantaten


Wenn nach der Entfernung des Tumors noch genügend Haut in der Brust verbleibt, kann die Brustrekonstruktion mit Silikonimplantaten erfolgen. Die Operationsmethoden ähneln den Vorgehensweisen und Schnitttechniken, die bei der Brustvergrösserung Anwendung finden. Das Implantat wird direkt unter den Hautmantel oder hinter den Brustmuskel gesetzt.

Brustrekonstruktion mit Implantaten

Sollte nicht genügend (oder zu straffe) Haut übriggeblieben sein, ist der Einsatz von Implantaten nur mithilfe der sogenannten Expander-Technik möglich. Ziel dieser Technik ist es, die Haut so weit zu dehnen, dass sie ausreichend Platz für das Implantat bietet. Hierzu setzt der Arzt einen leeren Kunststoffbeutel in die Brust, die später von dem Implantat ersetzt werden soll. Über mehrere Wochen hinweg wird der Expander zunehmend mit Kochsalzlösung gefüllt, sodass sich Haut (und eventuell auch der Brustmuskel) dehnen. Dieser Vorgang ist in der Regel schmerzlos. Wenn der gewonnene Raum gross genug ist, wird der Expander in einer kurzen Operation gegen das Implantat ausgetauscht.

Im Vergleich zu der Rekonstruktion mit Eigengewebe ist der Einsatz von Implantaten einfacher und die Operation kürzer. Die Wundheilung ist mit weniger Schmerzen verbunden und vergleichsweise schnell abgeschlossen. Dieses Verfahren ermöglicht ein grösseres Brustvolumen und geht insgesamt mit einem geringeren Risiko einher. Die Gefahr, dass es zu einer Kapselfibrose kommt, ist allerdings höher. Deshalb ist die Methode für Kundinnen, die sich einer Strahlenbehandlung unterziehen müssen, nicht geeignet. Manche Frauen benötigen zudem einige Zeit, bis sie sich an das Implantat und das Gefühl eines "Fremdkörpers" im eigenen Körper gewöhnt haben.

Brustrekonstruktion mit Eigengewebe


Alternativ zu einem Implantat eignet sich auch körpereigenes Gewebe (Haut, Fett, Muskeln), um damit eine neue Brust aufzubauen. Das Gewebe wird an einer anderen Stelle des Körpers entnommen, und zwar entweder als gesamter Gewebelappen einschliesslich seiner Blutgefässe (gestielte Lappentransplantation). Oder das Gewebestück wird zuerst komplett entnommen, zur Brust geformt und dann an die vorhandenen Blutgefässe im Brustbereich angeschlossen (freie Transplantation). Für diese Methode kommt vor allem Gewebe aus dem Bauch, Oberschenkel oder Gesäss in Frage.

Ein Vorteil bei der Rekonstruktion mit Eigengewebe besteht darin, dass keine Fremdmaterialien in den Körper gelangen. Unverträglichkeiten oder Abstossungsreaktionen des Körpers sind somit ausgeschlossen. Auch sieht eine auf diese Weise aufgebaute Brust häufig natürlicher aus - nicht zuletzt, weil sie alters- oder gewichtsbedingte Formveränderungen genau wie die ursprüngliche Brust mitmacht. Allerdings ist die Operation aufwendiger und durch die Entnahme von eigenem Gewebe müssen Sie an diesen Stellen mit weiteren Narben rechnen. Je nachdem, wo das Gewebe entnommen wird, kann es dort nach der Operation zu motorischen Einschränkungen oder Sensibilitätsstörungen kommen. Die Risiken und Nebenwirkungen der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe hängen massgeblich von der angewendeten Operationstechnik ab.

Welche Methode die bessere Variante ist, lässt sich pauschal nicht sagen, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig für die Entscheidung sind neben dem allgemeinen Gesundheitszustand der Kundin und der Grösse des Busens auch ihre persönlichen Wünsche und welche Behandlung geplant ist. Wenn beispielsweise noch eine Bestrahlung erfolgen soll, könnte der Einsatz von Implantaten schwierig sein.

Die wichtigsten Fragen zur Brustrekonstruktion

Wann ist eine Brustrekonstruktion sinnvoll?

Eine Brustrekonstruktion ist sinnvoll, wenn eine Frau nach der chirurgischen Entfernung einer oder beider Brüste (zum Beispiel wegen einer Krebserkrankung) eine natürliche und dauerhafte Alternative zu abnehmbaren Brustprothesen oder BH-Einlagen sucht. Voraussetzung hierfür ist, dass weder weitere Tumore in der Brust noch Brustkrebsvorstufen vorhanden sind.

Zu welchem Zeitpunkt die Rekonstruktion sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Denn sie kann entweder in der gleichen Operation wie die Amputation der Brust (Sofortrekonstruktion) oder zu einem späteren Zeitpunkt in einer weiteren Operation (Spätrekonstruktion) durchgeführt werden. Beide Varianten haben ihre Vorteile: manche Frauen empfinden eine sofortige Brustrekonstruktion als psychisch weniger belastend. Andere möchten sich zuerst mit dem Thema beschäftigen und benötigen für die Entscheidung länger. Bei der Spätrekonstruktion ist zu beachten, dass sie erst dann durchgeführt werden sollte, wenn alle erforderlichen Krebsbehandlungen (Bestrahlung, Chemotherapie) seit mindestens 4 bis 6 Monaten abgeschlossen sind. Voraussetzung ist ausserdem eine komplette Heilung der Operationswunden der Brustabnahme.

Werden die Kosten einer Brustrekonstruktion von der Krankenkasse übernommen?

Erfolgt die Brustrekonstruktion als Folge einer Brustkrebsoperation, werden die Kosten von der Grundsicherung übernommen. Sollte es erforderlich sein, auch die gesunde Brust zu operieren (zum Beispiel, um dieser der Form oder Grösse der neuen Brust anzugleichen), gibt es Unterschiede zwischen den Krankenkassen. Informieren Sie sich deshalb vor dem Eingriff bei Ihrer Versicherung über die Kostenübernahme im Detail. Oder sprechen Sie Ihre behandelnden Ärzte an, die Sie auch bei diesen Fragen unterstützen können.

Was sollte man vor einer Brustrekonstruktion wissen?

Mit den heutigen Methoden lässt sich die Form der entfernten Brust naturgetreu nachbilden. Auch die Brustwarze lässt sich rekonstruieren, sodass ein in sich stimmiges Körperbild entsteht. Die Rekonstruktion der Brustwarze erfolgt allerdings erst nach der vollständigen Heilung der Brust. Dies kann je nach Verlauf bis zu mehrere Monate dauern. Für die Brustwarze verwendet der Arzt Eigengewebe aus dem Bauch oder der anderen Brustwarze der Kundin. Ein solcher Eingriff hat ein geringes Risiko und ist für die Kundin wenig belastend. Häufig reicht eine lokale Betäubung aus. Alternativ ist es möglich, die Brustwarze mit einer medizinischen Tätowierung permanent zu rekonstruieren.

Tätowierung des Brustwarzenvorhofs

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen gibt es auch bei einer Brustrekonstruktion ein grundsätzliches OP-Risiko. Das bedeutet, dass es nach der Operation zu Nachblutungen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen kann. Manche Kundinnen haben nach dem Eingriff anhaltende Schmerzen, die jedoch weniger auf die Brustrekonstruktion, sondern eher auf die Entfernung der Lymphdrüsen zurückzuführen sind. Hier kann eine gute Schmerztherapie die Beschwerden lindern.

Ob mit Implantaten oder Eigengewebe - der Brustaufbau scheint keine Auswirkungen auf den Verlauf einer Krebserkrankung und deren Rückfallrate zu haben. Allerdings gibt es hierzu noch nicht genügend Studien, um eine verlässliche Aussage zu treffen.

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